Jäger des verlorenen Schatzes

Aus dem Leben von Schatzsuchern.


Nervös wandern wir hin und her. Die einen rauchen eine Zigarette nach der anderen, der nächste erleichtert sich noch schnell im angrenzenden Wald. Immer wieder kontrollieren wir unser Bauwerk - ist es solide? Dicht? Gibt es übersehene Schwachstellen?
Mit einem Mal nehmen wir ein noch fernes Grollen war. Das Getöse wird immer lauter und schließlich sehen wir ein riesiges Ungetüm, wie es langsam um die Kurve biegt und auf uns zu kommt. Die Maschine ist etwa 3 Meter hoch und 10 Meter lang. Begeistert fällt mein Blick auf den Kranarm hinter dem Führerhaus. Die Hydraulikbremse zischt laut auf, als das Gefährt kurz vor mir ächzend und schwankend zum Stehen kommt. Endlich kann es losgehen!

Diesem Punkt ist eine scheinbar endlose Zeit mühevoller Planungsarbeit vorausgegangen. Ich habe ja bereits von dem in dieser Region herrschenden Nagerkult berichtet und auch, dass einige von uns diese possierlichen Geschöpfe bei sich zu Hause beherbergen. Vielleicht habt ihr euch auch schon gefragt, wie wir an diese liebreizenden und bunten Wesen eigentlich kommen? Das geht so:

Über Umwege erhielten wir die Information, dass in einer abgelegenen Region bunte Nager gesichtet wurden. Wir waren sofort in heller Aufregung. Konnte das tatsächlich wahr sein? Wir machten uns umgehend auf den Weg zu dem Ort, der uns beschrieben wurde. Unter zwei riesigen Artefakten konnten wir sie tatsächliche erspähen!

 

 

Zwei adulte bunte Nager! Herrlich. Um an die Tiere heranzukommen, mussten allerdings die Artefakte irgendwie weggeschafft werden. Allerdings konnten wir die Funktion dieser Gegenstände nicht enträtseln: standen sie auf einer Art Platte? Gab es unten eine Öffnung?
Klar war: sie mussten angehoben werden. Wir benötigten also eine Maschine, die dazu fähig war, einen Techniker, der sie bedienen konnte und mehrere Personen, um die Tiere einzufangen. Wir verbrachten die nächsten Tage mit hektischer Planungsarbeit - aber schließlich hatten wir alles beisammen.

Da stehen wir also. Wir hatten eine Absperrung um die Artefakte gebaut, aus der nichtmal eine Laus hätte entfliehen können. Unser Maschinenführer hat den ersten Koloss bereits beiseite gehoben und setzt an, denjenigen anzuheben, unter dem wir schon die Tage zuvor das Nest lokalisiert hatten.

 

 

Das Artefakt befand sich etwa 50 cm über dem Boden, als plötzlich.....Rausch!
Ich weiß nicht, ob ihr Sofakartoffeln soetwas noch kennt. Im Bruchteil einer Sekunde durchflutet Adrenalin den ganzen Körper, es entsteht ein Tunnelblick - man ist nur auf das Tier fokussiert, welches sich in Fangnähe befindet. Alle anderen Personen, Tiere und Zurufe werden sofort ausgefiltert und vergessen. Jagdfieber!
Die Einfangarbeit funktioniert reibungslos und konzentriert. Für Aussenstehende muss das völlig anders aussehen: mit einem Mal bricht die Hölle los - 3 Personen stürzen sich auf die flüchtenden Tiere, 2 Personen flitzen um die Absperrung, reichen leere Transportboxen rein und nehmen volle entgegen. Knappe Anweisungen und Richtungsangaben werden sich laut zugerufen. Nach 3 Minuten ist alles vorbei. Die extreme Anspannung macht sich erst bemerkbar, als wir nach wenigen Minuten alle 14 Tiere gefangen haben und wir wieder unsere Umwelt realisieren.

Die Aktion war ein voller Erfolg - der Schatz war unser!

 

Fotos: Rattenkultur

 

Zurück zur Artikelübersicht