(engl. piloerection); bei Auseinandersetzungen mit fremden Artgenossen, bei ernsthaften Rangordnungskämpfen innerhalb des Rudels aber auch bei Tieren, die in ein neues ihnen unbekanntes Gebiet kommen, kann man das Haarsträuben beobachten.
Das Haaresträuben wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert, kann also nicht willentlich herbeigeführt werden. Es stellt einen Automatismus dar und ist Nebenprodukt der extremen physischen und psychischen Anspannung (vgl. Barnett 1963, S.87).

Muskelzellen sind mit den Haarfollikeln (Ausstülpung in der Haut in der der Haarschaft liegt) verbunden. Die Haare werden durch Muskelkontraktionen aufgestellt. In diesem Zusammenhang werden auch Duftstoffe freigesetzt, die in den Follikeln und umliegenden Talgdrüsen produziert werden. Diese Duftstoffe haben Signalwirkung und werden von dem Gegenüber entsprechend registriert und bewertet (vgl. Kiyokawa et al 2004, S.35f.)

Je nach Eskalationsstufe stellen sich entweder nur die längeren Deckhaare des Rückens kammartig auf oder die Haare in allen Körperbereichen gehen vollständig nach oben. Rattenhalter vergleichen das Aussehen gerne mit einer "Klobürste" und bezeichnen das Haarsträuben als "borsteln" oder "puscheln".

Über das Haarsträuben lassen sich einigermaßen gut spielerische von ernsthaften Kämpfen unterscheiden (siehe auch Takahashi/Lore 1983).

Das Haarsträuben kann, wenn keine Konfliktsituation oder Auseinandersetzung vorliegt, ein Zeichen für andere Stressformen sein (Schmerzen, Krankheit).

Ansicht eines Böckchens von vorn mit normal anliegenden Haaren.
Das gleiche Tier eine Stunde früher. Haarsträuben im Zuge einer Integration.
Ansicht von der Seite mit normal anliegendem Fell.
Das gleiche Tier eine Stunde früher. Haarsträuben im Zuge einer Integration.