Auch erwachsene Ratten führen noch Spielkämpfe aus, jedoch sehr viel seltener (Pellis et al, 1997, S.106).
In einer Gruppe von Ratten werden spielerische Attacken häufiger von rangniederen Tieren in Richtung des dominanten Tieres ausgeführt, wohingegen die rangniederen Tiere untereinander eher wenige spielerische Kontakte suchen. Ob das Alpha-Tier seinerseits mit einer spielerischen Verteidigung antwortet, scheint von bestimmten Vorlieben abzuhängen.

Solche spielerischen Kontakte im Erwachsenenalter stellen vor allem für rangniedere Tiere eine Möglichkeit dar, mit der dominanten Ratte im Rudel ein enges freundschaftliches Verhältnis aufzubauen bzw. zu halten. In freier Natur profitieren solche Tiere vermutlich durch die damit entstehende Nähe zum Alpha-Tier, indem sie besseren Zugang zu Nahrung und Weibchen erhalten (Pellis et al 1993, S. 390ff). Erstaunlicherweise konnte aber auch gezeigt werden, dass Tiere, die solche freundschaftlichen Kontakte zum Alpha-Tier mieden, höhere Chancen hatten selbst den höchsten Rang anzunehmen, wenn das ursprüngliche dominante Tier aus der Gruppe genommen wurde. Beide Strategien - freundschafliche Beziehung oder Abstand zum Alpha-Tier - sind also mögliche Wege im sozialen Leben von Ratten, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben (Pellis et al 1993, S. 391f).