(engl. sideways threat posture/lateral attack) Hierbei sind die Beine gestreckt, der Kopf wird weit unten gehalten und der Rücken ist stark gebogen, häufig sind die Haare gesträubt (siehe auch Takahashi, Blanchard 1982, S.51). In dieser Haltung trippelt die Ratte in kurzen, steif wirkenden Schritten um den Gegner und präsentiert die Flanke. Sehr defensive Tiere erstarren bei einer derartigen Konfrontation und verharren in geduckter Haltung (vgl. Miezek, De Boer 2005, S.346) . Bei gleichstarken Tieren kann auch der Gegner diese Drohhaltung einnehmen und beide Tiere drängeln sich gegenseitig im Kreis. Dabei versuchen sie entweder einen Angriffsbiss in den hinteren Rückenbereich zu platzieren (vlg. auch den Abschnitt Beissen weiter unten), oder das gegnerische Tier auf den Rücken zu werfen. Versucht das unterlegene Tier zu fliehen, löst das meist eine Verfolgungsjagd aus.
Die seitliche Drohhaltung ist das Verhaltenselement einer Sequenz, die mit hoher Wahrscheinlichkeit folgenden Reihenfolge hat: Verfolgung/Annäherung > seitliche Drohhaltung > Angriffsbiss (siehe Miezek, Weerts et al. 1992, S.554).

Die gesträubte braunweiße Ratte hat sich in seitlicher Drohhaltung der weißen genähert, die daraufhin in die aufrechte Verteidigungshaltung gegangen ist. Von oben kaum zu erkennen, versucht die braune, ihre Kontrahentin mit einem seitlichen Tritt (side kick) aus dem Gleichgewicht zu bringen um einen Vorteil zu erlangen.
Hochgestellte Hinterbeine, gekrümmter Rücken und tief gehaltener Kopf - wunderbar zu erkennende seitliche Drohhaltung.
Der graue Husky-Bock drückt im Vorbeigehen und in Drohhaltung den braunweißen gegen die Wand.