(engl. tail rattle, tail wagging, tail swishing) reicht vom waagerechten Schlängeln des ganzen Schwanzes, zum Teil mit vertikalen schlagenden Bewegungen auf den Boden bis zum Zittern nur der Schwanzspitze. Hierbei handelt es sich um ein ambivalentes Verhalten. Ein innerer Konflikt zwischen Annäherung und Vermeidung in einer angespannten Situation, ähnlich der gestreckten Aufmerksamkeitshaltung mit kurzen Vor- und Zurückbewegungen (vgl. Silvermann 1965, S.580; siehe auch Adams/Boice 1983, S.39).
Ratten zeigen das Verhalten eher selten meist bei Begegnungen mit Artgenossen, dessen Absichten sie nicht ganz deuten können (z.B. bei Integrationen).

Rattenhalter lösen das Verhalten manchmal aus, wenn sie die Tiere fest über Stirn und/oder Nacken/Rückenbereich entlangstreichen oder kraulen. Das Schwanzzittern wird auch ausgelöst, wenn man den Kopf der Tiere von vorne mit der gehöhlten Hand abdeckt, ggf. gleichzeitig den Nackenbereich krault. Das Schwanzzittern/-wedeln wird dann oft als Wohlfühlverhalten fehlgedeutet, da sich die Tiere der Prozedur nicht entziehen. Tatsächlich sind die Tiere aber (deutlich) verunsichtert und zeigen zwischen Bleiben und Vermeiden dieses Verhalten. In der wiss. Fachliteratur wird das Schwanzwedeln oder -zittern nicht als Wohlfühlverhalten beschrieben. Bei Nagern wird es überwiegend im Zusammenhang mit Drohverhalten oder Bedrohungsgefühlen beschrieben. Offenbar führt die eigene gute Absicht in Kombination mit dem Bild des schwanzwedelnden Hundes dazu, dass dieses Verhalten bei Ratten außerhalb der Wissenschaft so oft falsch gedeutet wird.

Der Halter tut gut daran, sein Tier nicht weiter dieser angespannten Situation auszusetzen und diese Art der "Zuwendung" sein zu lassen. Sanftes Streicheln und Kraulen mit ein bis zwei Fingern hinter den Ohren oder am seitlichen Kopfbereich (Wangen) wird von den Ratten deutlich genossen (d.h. sie legen sich hin, strecken den Kopf und drücken sich gegen die kraulenden Fingerspitzen) und führt nie zum Schwanzzittern.